Die SEACON 2011, die vom 27. bis 29. Juni in Hamburg stattfand, war eine der besten Konferenzen, die ich seit vielen Jahren besucht hatte. Die interaktiven Formate mit Fishbowl, Workshops oder Open Space ermöglichten einen echten Wissensaustausch. Wer sich also auch für die Meinungen anderer interessiert und in einem Dialog oder einer Diskussion zu neuen Erkenntnissen gelangen will, für den sind solche Konferenzen ideal. Auch auf Heise Developer wird die SEACON als erfolgreiche Konferenz beschrieben, bei der auffällig war, dass sich die Softwareentwickler schon seit einiger Zeit nicht mehr nur mit „harter“ Technologie auseinandersetzen, sondern die „weichen“ Themen ebenso stark in den Vordergrund gerückt sind. Weiterlesen
Ross Dawson hat einen interessanten Blogartikel über den bekannten australischen Designer Marc Newson geschrieben. Nach seinem Design Prozess gefragt, sagt Marc Newson:
“I still design things in my head, and then draw in a sketchbook. I’m old school in that way. No computer is as responsive as what I can do in my head.“
Das ist nichts anderes als effektive Wissensarbeit und guter Einsatz eines externen Mittels (sein Sketchbook). Wie schon Donald A. Schön in seinem sehr empfehlenswerten Buch The Reflective Practicioner beschrieben hat:
Eine im Journal of Experimental Social Psychology im März 2011 veröffentlichte Studie warnt:
„Don’t be too creative with your business ideas… Unless you have plenty of charisma to complement your creativity, thinking outside the box could keep you out of top management.“
Die Forscher Jennifer S. Mueller, Jack A. Goncalo und Dishan Kamdar haben herausgefunden, dass wir kreative Personen weitaus weniger als Leader akzeptieren, als Personen, die ständig bestrebt sind, Ungewissheit zu reduzieren und auf Stabilität Wert legen. Nur sehr charismatischen Persönlichkeiten, vielleicht wie Steve Jobs, vergibt man deren Kreativität und akzeptiert diese gern als geniale Leader. Ein interessantes Ergebnis und sicherlich einmal einen Check im unmittelbaren Arbeitsumfeld Wert, ob die eigene Erfahrung dies bestätigt.
Zumindest wieder ein Hinweis mehr für die Beobachtung, dass Manager nur noch selten Wissensarbeiter sind.
der wissensarbeiter
Die deutsche Ausgabe von Harvard Business Manager hat im jüngsten Heft einen Artikel publiziert, der speziell für Manager beschreibt, wie diese Social Media richtig nutzen können. Selbstverständlich gilt das Gesagte auch für Fachkräfte, die mit einer eigenen Social Media Strategie ihre Ziel erreichen möchten.
Ein Artikel im KM-Journal von Manfred Kofranek mit dem Titel Wissensarbeit – die Herausforderung für die Wirtschaftspolitik fasst in ausgezeichneter Form die aktuelle Problematik in Organisationen und Gesellschaft zusammen. Zuerst einmal geht Manfred Kofranek auf die nach wie vor unscharfe Abrenzung des Begrifft Wissensarbeit im allgemeinen Sprachgebrauch ein. Wobei der vierte Punkt in der Definition eigentlich alles klar macht und genau der Definition entspricht, die auch ich als die nützlichste und wichtigste von allen ansehe:
Gerhard Wohland, Autor des Buches „Denkwerkzeuge der Höchstleister“ meint, dass für Unternehmen der Taylorismus mit gründlicher Planung und damit dem Versuch, die Zukunft vorherzusagen, in einer Welt voller Dynamik, unangebracht ist.
„Die gängige Managementlehre führt heute in viele Denkfallen. Sie geht von Voraussetzungen aus, die längst nicht mehr gelten. … Höchstleister gehen mit Problemen anders um. Sie planen nicht im Kontext hoher Dynamik. Denn da nutzt Planung überhaupt nichts. … Höchstleister sind hingegen die Quelle der Dynamik. Sie sorgen für Überraschungen, unter denen die anderen leiden“
Seit vielen Jahren lässt sich gerade in der schnelllebigen IT-Welt ein Phänomen beobachten, dass wir uns bei den Banken vor ein paar Jahren nur zu gerne gewünscht hätten: statt too big to fail: too big to keep up (auf deutsch: zu gross um mitzuhalten).
Bereits DEC (Digital Equipment) hat es vor fast 20 Jahren getroffen, als die es verpasst hatten, auf den Zug der Personal Computer aufzuspringen.
„The rapid rise of the business microcomputer in the late 1980s, and especially the introduction of powerful 32-bit systems in the 1990s, quickly eroded the value of DEC’s systems„.
Michael Wesch, Hochschullehrer aus Kansas, erläutert in einem Interview in der TAZ, wo das heutige Bildungssystem steht und welche Gelegenheiten es zum Lernen durch Problemlösen gibt.
„Es ist faszinierend, wie viele informelle Lerngelegenheiten rund um echte Probleme es im wahren Leben gibt. Wir sollten keine Zeit im Seminarraum vergeuden, wenn wir echte Probleme des Lebens thematisieren könnten. Ein Problem provoziert uns, es motiviert und zwingt uns, anders zu denken, neues Wissen zu testen, andere Wege zu gehen. In den Bildungsinstitutionen finden Sie das neue und informelle Lernen kaum„.
Ablenkung 2.0 – How distracting is technology, social networking and information overload?
Bei der Diskussion um Social Media in Unternehmen findet man auf der einen Seite die Befürworter, die möglichst nur noch über Microblogging, Instant Messaging und Blogs kommunizieren möchten, auf der anderen Seite die Skeptiker, die schon heute viel zu viele Emails lesen und Angst davor haben, mit noch mehr Information überladen zu werden. Gerade die Gefahr der permanenten Ablenkung nimmt durch den Einsatz von Social Media eher zu als ab. Ich habe hierzu einige interessante Artikel und ein Video im Web gefunden, die einerseits über eine Befragung zur Ablenkung der Mitarbeiter berichten, andererseits aber auch Tipps im Umgang mit den neuen Möglichkeiten der Technologie geben. Weiterlesen
Das IT-Beratungsunternehmen Gartner hat einen neuen Trend entdeckt: „Gamification“. Der Spieltrieb soll die Innovationsfreude verbessern. In problemlösenden Spielen können wir genau die Umgebung schaffen, die uns produktive Wissensarbeit ermöglicht: schnelles Feedback, gefahrloses Experimentieren mit Lernen durch Exploration, klare Regeln, Unabhängigkeit in der Entscheidung und überschaubare Komplexität. Weiterlesen
Spiegel Online berichtet von einem Experiment an der ETH Zürich, bei dem ein Forscher mit 144 Studenten nachgewiesen hat, unter welchen Bedingungen, Schwarmentscheidungen sehr viel schlechter ausfallen, als Entscheidungen einzelner Personen:
„Sobald Menschen nämlich erfahren, dass andere über ein Problem anders denken als sie selbst, ändern sie ihre eigene Meinung – zumindest ein bisschen„.
Und dies kann zu einer Angleichung der Entscheidungen führen, die dann unter Umständen als kollektives Meinungsbild eine sehr dumme Entscheidung darstellt. Schwarmintelligenz kann aber auch funktionieren:
Bereits vor drei Jahren hat die ARD eine Themenwoche zum demographischen Wandel durchgeführt und mit mehreren Beiträgen versucht, das Thema zu beleuchten. Dabei ist mir ein Interview mit Josef Burghard aufgefallen. Dem, was Burghard hier sagt, kann ich nur voll und ganz zustimmen. Besonders kritisiert Burghard das immer noch weit verbreitete Lernen von Faktenwissen:
Steven Johnson erzählt in einem TED-Talk mit spannenden Beispielen wie durch Vernetzung gute Ideen entstehen können.
Das Credo des Vortrags ist, dass Interaktion mit anderen Personen besser ist um neue Ideen zu erzeugen als alleine auf den Eureka-Moment zu warten. Entscheidend ist aber die Auswahl der Personen, damit die gewünschten Synergien auch entstehen. Fachliche oder auch kulturelle Diversität ist hier oft wichtig, eine gewisse Homogenität aber auch, um gemeinsam Ideen weiterzuentwickeln. Die Balance ist hier je nach Problemstellung wieder einmal entscheidend.
der wissensarbeiter
Ob Social Media wirklich die Revolution im mittleren Osten entscheidend beeinflusst hat, dazu gibt es auch unterschiedliche Meinungen. Malcolm Gladwell bezweifelt dies zum Beispiel in einem Artikel des Online-Magazins Foreign Affairs.
Donald Clark hat in seinem Blog eine hervorragende Zusammenfassung geschrieben, wie Social Media die Revlolution im mittleren Osten ermöglichte. Er betont dabei aber, dass Social Media alleine nicht die Ursache des Phänomens ist:

