Warum müssen Mitarbeiter eigentlich mit einem Bonus zum Arbeiten motiviert werden?


Im Blog von Bernd Geropp habe ich schon vor längerer Zeit einen sehr gut geschriebenen Artikel über die Illusion der Motivationssteigerung durch Boni gelesen. Heute habe ich wieder einmal dort hineingeschaut und kann es mir es nicht verkneifen, auf diesen Irrsinn ebenfalls hinzuweisen. Dazu ein paar Zitate aus Bernd Geropps Artikel:

Ich finde es erstaunlich, dass Unternehmen glauben, ihre Mitarbeiter motivieren zu müssen, damit diese im Sinne des Unternehmens handeln. Für die Erbringung dieser Leistung hat sich der Mitarbeiter doch in seinem Arbeitsvertrag verpflichtet und das Unternehmen zahlt ihm dafür sein Gehalt, oder?

Sobald das eigene Gehalt von Zielen abhängig gemacht wird, sind die meisten Menschen nicht mehr motiviert über anspruchsvolle Ziele auch nur nachzudenken. Ich kann es ihnen nicht verdenken. Es ist schließlich nicht in ihrem Sinne. Es verstößt sogar gegen ihre ureigenen Interessen.“

Was läuft da nun falsch? Welches Denkmodell sitz immer noch in den Köpfen der allermeisten Manager? Es ist das Modell einer Maschine, deren Elemente = Mitarbeiter linear zum Gesamterfolg des Unternehmens beitragen.

Wenn jedes Element den aus seiner Sicht optimalen Beitrag leistet, dann ist auch das Gesamtergebnis optimal. Stimmt, falls die Mitarbeiter nie zusammenarbeiten müssen, sondern jeder isoliert für sich allein seinen besten Beitrag liefert und die Arbeit eher den Charakter von Routinearbeit hat (dazu ubedingt den Talk von Dan Pink ansehen!).

Sowohl individuelles als auch besonders kollaboratives Problemlösen ist alles andere als ein klar strukturierter Arbeitsprozess. Es ist ein Prozess, der alle Eigenschaften nicht-linearen Verhaltens in sich vereint wie wechselseitige Kommunikation zwischen den Mitarbeitern sowie sprunghafte Fortschrittsentwicklung.

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Wie funktioniert Wissenstransfer?


Kristin Block von wissenswerk hat eine gute Zusammenfassung darüber geschrieben, wie Wissenstransfer funktioniert. Besonders hervorheben möchte ich den beschriebenen Aspekt der Wechselwirkung zwischen Sender und Empfänger. Hierzu erwähnt Kristin Block auch die Definition von M.Thiel:

Unter Wissenstransfer ist die zielgerichtete Übertragung von Wissen von einem Transferpartner (Sender) zu einem anderen Transferpartner (Empfänger) zu verstehen, wobei die Transferpartner Individuen oder Kollektive sein können und die Rollen Sender und Empfänger in einer Transfersituation wechseln können.“

Wissenstransfer ist also alles andere als eine Einweg-Kommunikation. Liebe Lehrer und Hochschulprofessoren aufgepasst!

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Information, Wissen und Expertise – dazwischen liegen Welten!


An der Melcrum Summit in London durfte ich auf Einladung von Yammer einen Vortrag halten, bei dem ich auch gezeigt habe, was Information von Wissen, Wissen von Können (Proficiency), und Können von Kompetenz bzw. Expertise unterscheidet. Dazu habe ich die Wissenstreppe von Prof. Klaus North verwendet.

Fast niemand der Teilnehmer (aus dem englischen Sprachraum) kannte dieses Modell. Es zeigt aber sehr schön den langen Weg von der Information zur Expertise auf. Beides wird leider immer noch allzuoft verwechselt. Aussagen wie „Wissen ist heute jederzeit im Internet verfügbar“ oder „Aufbau von Wissensdatenbanken“ zeugen vom allgemeinen Unverständnis.

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Neue Studie von Hays zum Thema „wie wollen Wissensarbeiter arbeiten“


Hays hat nun den zweiten Teil der Studie mit dem Titel „Wissensarbeiter und Unternehmen im Spannungsfeld“ herausgebracht. Dabei wurden über 300 festangestellte Wissensarbeiter befragt.

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Die Zukunft der Arbeit (10) – Die 16 charakteristischen Merkmale


Ross Dawson, Futurist aus Australien, hat ein neues Framework zur Zukunft der Arbeit entwickelt. Es beschreibt in vier Gruppen die 16 Merkmale, durch die zukünftige Arbeit charakterisiert sein wird. In zukünftigen Artikeln wird Ross Dawson dann einzelne Aspekte ausführlicher beschreiben.

Eine interessante Zusammenstellung, die auch zeigt, wie die Wirkung der Merkmale von den Underlying Drivers über die Economic Structure sowie Labor Displacement bis zur Emerging Landscape angelegt ist. Selbstverständlich ist das etwas vereinfacht dargestellt, da sich  natürlich auch Aspekte gegenseitig beeinflussen.

Was kann man mit dieser Zusammenstellung anfangen? Ich versuche damit Zusammenhänge herzustellen, die sich schon heute beobachten lassen. Zum Beispiel:

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Peter Schütt zum Management von Wissensarbeitern


Im Blog der Wirtschaftswoche ist ein Artikel mit den Do’s and Dont’s von Peter Schütt, IBM bei der Führung von Wissensarbeitern erschienen. Einige der Do’s sind besonders interessant und zeigen auch die Schwierigkeiten der Führung und der damit verbundenen Leistungsbeurteilung auf. Peter Schütt empfiehlt zum Beispiel

  • „Kontrolle reduzieren, Selbständigkeit erlauben und sogar fordern“
  • „Offener werden und beginnen über Werte zu führen statt zu kontrollieren.“
  • „Entwicklung neuer sozialer Führungsmethoden, die die Aufmerksamkeit der Mitarbeiter auf strategisch Wichtiges lenkt“

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Wie soll man den Nutzen von Wissensmanagement nachweisen?


Auf der letzten I-Know 2012 in Graz wurde dieses Thema bei Vorträgen oder in der Podiumsdiskussion immer wieder diskutiert.In der Xing-Gruppe XingKM gabe es vor einiger Zeit eine interessante Diskussion darüber, die am Ende durch die Beiträge von Vladimir Riecicky von der K-at-R Management Consulting GmbH auf den Wiederbeschaffungswertes von Wissen als Messgrösse fokussiert wurde.

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Die Zukunft der Arbeit (9) – 12 Thesen zur Entwicklung der Arbeitsmärkte für Hochqualifizierte


Die von Joel Luc Cachelin geführte Wissensfabrik in St. Gallen hat eine neue Studie mit 12 Thesen zur Entwicklung der Arbeitsmärkte für Hochqualifizierte herausgebracht. Der Fokus der Studie liegt dabei auf dem Arbeitsmarkt der deutschsprachigen Schweiz. Den Ergebnissen der Studie liegt eine Literaturrecherche sowie 13 Interviews mit Experten zu Grunde. Ich durfte hierbei als Experte für Wissensarbeit ebenfalls mitwirken.

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Rückblick auf die I-Know 2012


Die I-Know 2012, die vom 5. bis 7.September in Graz stattfand, ist schon wieder Geschichte. Interessant wie auch schon im letzten Jahr ist immer die Mischung aus wissenschaftlichen und praxisorientierten Beiträgen. Mein Vortrag Lernen ist wichtiger als Wissen war recht gut besucht und die Teilnehmer waren sowohl am theoretischen Teil als auch an den praktischen Erfahrungen sehr interessiert.

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Wie Wissensarbeit den Job verändert


In der Financial Times Deutschland erschien heute ein Artikel Wie Wissensarbeit den Job verändert. Er beinhaltet vor allem die Resultate der beiden Interviews, die die Redakteurin Sabine Meinert mit Frank Leistner, CKO bei SAS und mir geführt hat. Viel Spass beim Lesen!

Wissen ist an Personen gebunden


In der von Hays in Zusammenarbeit mit Pierre Audoin Consultants (PAC) im Frühjahr 2012 veröffentlichten Studie zu Wissensarbeitern wurde nun kürzlich auch das mit mir durchgeführte Interview auf der Website des Projektes publiziert. Das komplette Interview können Sie ebenfalls als pdf lesen.

Wissensverteilung am Beispiel der Lessons learned – warum Dokumente allein nichts bringen


Chris Collison erklärt in einem zehnminütigen Video, warum die Dokumentation von Lessons learned als Dokument nicht funktioniert.

Der Hauptgrund ist mal wieder, dass Wissenstransfer vor allem beim Empfänger einen intensiven Lernprozess voraussetzt. Dieser Lernprozess wird sehr oft einfach ausgeblendet. Sobald etwas auf Papier festgehalten ist, wird wie selbstverständlich angenommen, dass der Leser sich einfach den selben Wissensstand beim durchlesen aneignet. Bei einfachen Informationen klappt das sehr gut, beim Versuch Erfahrungswissen zu vermitteln, scheitert dies so gut wie immer.

Chris Collison empfiehlt daher das Gespräch. Etwas geschriebenes sollte Werbung für ein Gespräch mit dem Autor sein.

Wissenslücken und Ahnungslosigkeit – eine teuflische Kombination für Projekte


In meinem Artikel Wissenslücken und Komplexität – ein einfacher aber meist ignorierter Zusammenhang habe ich aufgezeigt, wie Wissenslücken in einem Projekt Komplexität verursachen.  Ich habe auch darauf hingewiesen, wie ungleich schwieriger es wird, wenn wir unserer Wissenslücken gar nicht bewusst sind, sozusagen ahnungslos vor uns hinarbeiten.

Matthias Bohlen hat mich auf einen wunderbaren Artikel von Dan North aufmerksam gemacht, der diesen Sachverhalt noch wesentlich genauer beschreibt: Introducing Deliberate Discovery. Dan North beschreibt hier wie die Ahnungslosigkeit (ignorance) verhindert, die eigentlichen Wissenslücken zu finden. Er empfiehlt dagegen ein bewusstes (deliberate) Entdecken dieser Wissenslücken. Diese Ahnungslosigkeit ist auch die grösste Hürde nicht nur für die Produktivität sondern vor allem für den Erfolg des ganzen Projektes.

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Projektmanagement – damals und heute


Marcus Raitner hat einen lesenswerten Artikel in seinem Blog verfasst, der das industrielle mit dem post-industriellen Projektmanagement vergleicht und – siehe da – die Komplexität der Problemstellung als Differenzierungsmerkmal herausstellt. Passt doch wunderbar zu meinem Artikel vom 25.06.2012: Wissenslücken und Komplexität – ein einfacher aber meist ignorierter Zusammenhang.

Wissenslücken und Komplexität – ein einfacher aber meist ignorierter Zusammenhang


In jedem anspruchsvollen Projekt haben die Projektbeteiligten am Anfang nicht das komplette Wissen über alle notwendigen Wissensgebiete zur Verfügung. Wenn dies der Fall wäre, könnte das Team die Lösung nahezu aus dem Gedächtnis abrufen und umsetzen. In Softwareprojekten aber auch in vielen anderen Arten von Projekten gehen wir mit vier Wissensgebieten um, die alle nicht völlig unabhängig voneinander sind, sondern sich gegenseitig beeinflussen (siehe Grafik unten, aus dem Buch Softwareentwickeln mit Verstand).

Zu Beginn des Projektes bringt das Team einen Teil des Wissens schon mit (dunkel eingefärbter Teil in jedem der vier Wissensgebiete), meist aus Ausbildung und anderen Projekten, die von den Mitarbeitern zuvor durchgeführt wurden. Das fehlende Wissen, das hier durch die helleren Farben symbolisiert ist,  ist oft projektspezifisch und muss dann im Projekt erarbeitet werden.

Die vier abgebildeten Wissensgebiete im Detail:

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