Schon seit längerer Zeit gibt es in vielen Unternehmen Mitarbeiter, die ihr Netzwerk neben persönlichen Treffen auch über Social Media gestalten und ausbauen. Plattformen wie Facebook, Xing, LinkedIn oder auch Twitter bieten hierzu sehr viele Möglichkeiten, mit Personen zu kommunizieren. Eine schön gemachte Präsentation der Firma Achievers mit dem Titel The Future of Work veranschaulicht die Bedeutung von persönlichen Netzwerken, sowohl für den einzelnen Mitarbeiter, als auch das Unternehmen, in dem der Mitarbeiter tätig ist: „In the open talent economy, the quality and scope of an employee’s network is a key differentiator„.
Am 17. September fand im Rahmen der von der Firma Pionierbasis organisierten Arbeitskreise eine Konferenz zu verschiedenen Themen rund um das Software Engineering im schönen Voralrberg statt. Am Tag zuvor, am 16. September startete das hervorragend organisierte Event mit einer sehr interessanten Keynote von Alistair Cockburn mit dem Titel Disciplined Knowledge Acquisition in Product Development. Die Keynote steht auch auf Youtube zur Verfügung. Eine sehr interessante aber eigentlich schon lange bekannte Kernaussage dabei ist, dass agile Entwicklung sich besonders dazu eignet, dass sich das Team schnell neues Wissen aneignet, das für das Verständnis von Problem und Lösung notwendig ist. Er betont dabei mehrfach, dass die Fokussierung auf die ständige Auslieferung von Business Value nur eine Strategie ist. Eine andere, genauso wichtige ist es, Wissenslücken zu schliessen. Seine Erläuterungen, die auf seiner Website zu finden sind, zeigen sehr schön auf, was es bedeutet, früh oder eben erst sehr spät zu lernen. Alistair Cockburn wird am 14. und 15. Oktober bei Zühlke einen zweitägigen Kurs mit dem Titel Advanced Agile geben. Auch hier wird einer der Schwerpunkte seiner Sichtweise auf agile Entwicklung sein, Learn to reduce risk and maximize results by viewing design as a Knowledge Acquisition activity.
Gemäss dem Institut für angewandte Arbeitswissenschaft (IFAA) rangiert das Thema „Führungsmanagement“ bei vielen Unternehmen ganz oben auf der Liste der Top-Themen. Gleichzeitig hat eine von Uwe Kanning, Professor für Wirtschaftspsychologie an der FH Osnabrück, durchgeführte Studie ergeben, dass es keinen Zusammenhang zwischen Führungserfahrung und Führungskompetenz gibt. Einfach ausgedrückt heisst das, dass gemäss Kannings Studie Führungskräfte während ihrer Laufbahn keine oder nur unwesentlich an Kompetenz gewinnen.
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Der dritte und letzte Teil des umfangreichen Studienprojektes zur Wissensarbeit ist abgeschlossen. Im ersten Teil wurden 10 Experten zu Wissensarbeit in einem ausführlichen Interview befragt, bei denen ich ebenfalls dabei sein durfte. Im zweiten Teil wurden Wissensarbeiter in verschiedenen Unternehmen und im dritten Teil Führungskräfte befragt. Hays veröffentlichte nun die Gesamtergebnisse. Auffällig sind die unterschiedlichen Sichtweisen von Führungskräften und Wissensarbeitern bei vier unterschiedlichen Aspekten. Darauf möchte ich in diesem Artikel kurz eingehen.
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Zühlke setzt seit Mitte 2011 das Enterprise Social Network von Yammer ein. Die Erfahrungen damit sind durchweg sehr positiv wenngleich auch wir bei Zühlke es noch nicht geschafft haben, wirklich alle Mitarbeiter für die Anwendung zu begeistern. Ich denke, das wird eine Frage der Zeit sein, da sich heute ja auch niemand vor der Benutzung von Telefon und Email verweigern kann ohne von der Kommunikation im Unternehmen abgeschnitten zu sein. Yammer hat bei uns die Funktion einer virtuellen Piazza, auf der die Mitarbeiter über acht Standorte an ihrem Arbeitsplatz im Zühlke Office, beim Kunden oder auch unterwegs mit Smartphone oder Tablet informelle Diskussionen führen können.
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Am eGov Fokus 1/2013: Kollaboration, Koordination und Stakeholder-Management in Bern am 5.Juni 2013 hat Prof. Peter Mertens eine Zusammenstellung grosser IT-Projekte präsentiert, die gescheitert oder zumindest mit grosser Verzögerung bzw. Kostenüberschreitung realisiert wurden. Den gleichen Beitrag hat er auch schon 2012 an der Donau Universität in Krems gehalten, siehe Blogeintrag Mut zum Scheitern? Kamingespräch mit Prof. Mertens zu IT-Projekten mit einigen Anmerkungen.
Aus Sicht der Erkenntnisse über Wissensarbeit und Komplexität in Projekten solcher Grössensordnung, komme ich bei allen Fällen basierend auf dem von Prof. Mertens zusammengetragenen Fakten zu folgendem Schluss:
Im letzten Jahr habe ich auf der interPM in Glashütten einen Vortrag zum Thema wissensorientiertes Projektmanagement gehalten. Das Thema habe ich danach weiterentwickelt und in einem Artikel für den Rundbrief des Fachausschusses Management der Anwendungsentwicklung und -wartung der Gesellschaft für Informatik veröffentlicht (WI-MAW Rundbrief, Jahrgang 18 , Heft 2, Oktober 2012, Seiten 63-72). Der komplette Artikel kann hier von meinem Blog heruntergeladen werden.
Diese Aspekte habe ich in früheren Beiträgen hier schon teilweise behandelt, der Artikel zeigt dies aber im Gesamtzusammenhang.
Vor einigen Tagen erzählte mir in der Mittagspause ein Kollege eine interessante Geschichte über Missverständnisse zwischen dem Bauleiter und den Handwerkern, als er vor rund 14 Jahren sein Haus baute. Zum Beispiel wurden Stahlsäulen an einer Stelle im Haus gesetzt, die aufgrund eines geplanten Schwedenofens eher ungünstig war. Wegen der Wärmeentwicklung rund um den Schwedenofen bestand die Gefahr, dass sich eine Stahlsäule um wenige Millimeter ausdehnt und dies dann Risse in Wänden und Decken verursachen könnte. Da der Bauleiter weder den Ofenbauer mit dem Monteur der Stahlstützen vernetzte, noch von beiden einforderte, erst bei freigegebener Planung mit der Montage zu beginnen und auch keine Kultur einer gemeinsamen Vision und Zusammenarbeit unter den Handwerkern entstanden war, arbeitete eben jeder höchst arbeitsteilig vor sich hin.
Prof. Andreas Schleicher hat in seiner Keynote auf der vor wenigen Tagen stattgefundenen Republica 2013 die notwendigen Skills für das Arbeitsleben im 21. Jahrhundert erläutert. Besonders beeindruckend ist die Entwicklung des Bedarfs der entsprechenden Skills am Arbeitsmarkt am Beispiel der US-Wirtschaft. Der Bedarf an Skills für Tätigkeiten, die keine Routinearbeit darstellen (analytisch oder kreativ) ist enorm gestiegen während gleichzeitig der Bedarf vor allem an kognitiver Routinearbeit dramatisch gefallen ist. Analytische und kreative Nicht-Routine-Arbeit ist Wissensarbeit. Dieser Bedarf steigt immer mehr während durch Outsourcing und Automatisierung es immer weniger Arbeitsplätze für einfache Routinearbeiten auch im Büro gibt. Weiterlesen
Im CIO ist ein kurzer Artikel von Frank Schabel und mir erschienen, der beschreibt, wie ein internes Enterprise Social Network (ESN) genutzt wird. Anhand fünf beispielhafter Szenarien zeigen wir auf, wie solch ein Einsatz aussehen kann. Die fünf Szenarien sind:
- Projekt-Staffing – Haben wir die besten für unser neues Projekt an Bord?
- Experten suchen – expert profiling, die Gelben Seiten der Datenbank
- Requirements austauschen – Social Networking sinnvoll für Anforderungsmanagement nutzen
- Virtuelle Marktplätze als Ideenpools organisieren
- Projektinformationen – Wikis hinterlegen kontextbezogen wertvolle Anleitungen und Vorgehensweisen
Am 7. März veranstaltet die Swiss Project Management Association (SPM) zusammen mit Zühlke den Projektmanagement Dialog. Das Leitthema bei dieser Veranstaltung ist Komplexität im Projekt. Infos zur Veranstaltung und den Referenten findet man auf der SPM-Website.
Das Thema Komplexität im Projekt habe ich bereits hier schon einmal thematisiert und hier noch etwas weiter ausgeführt. Für Projektmanager ist und bleibt das Beherrschen der Komplexität die wichtigste Aufgabe. Gerne wird dies unterschätzt und zum Teil auch vom Auftraggeber als Routine abgetan. Wenn wir uns aber die Definition eines Projektes ansehen (aus Wikipedia), dann wird klar, dass in der Einmaligkeit, der zeitlichen Begrenzung sowie den Zwängen jede Menge Komplexität versteckt ist.
Ein Artikel von Lars Budde zeigt 15 Büroräume von Hightech-Unternehmen wie Google, Facebook oder Twitter. Man sieht sehr deutlich, dass diese Unternehmen versuchen, ihre Wissenarbeiter durch einen gewissen Wohlfühlfaktor zum kreativen Denken und Arbeiten anzuregen. Selbstverständlich sollen auch die Mitarbeiter keinen Grund haben, sich möglichst wenig in der Firma aufzuhalten, da die Umgebung im Büro ja cool und inspirierend wirkt.
Arbeitsplätze dieser Art sind das physische Pendant zu auf Social Media aufbauenden IT-Infrastrukturen. Yammer zum Beispiel verwendet intern kein Emailsystem. Alle Kommunikation im Unternehmen über alle Standorte hinweg geschieht über Yammer. Davon konnte ich mich bei einem Besuch des Yammer Büros in London im November letzten Jahres überzeugen. Auch die Bürolandschaft von Yammer ist mit der von Google oder Facebook vergleichbar.
Mit der Zukunft der Arbeit beschäftigen sich mittlerweile sehr viele Forschungsinstitute. Hier ein Vortrag von Katrin Frick vom Gottlieb Duttweiler Institut in Rüschlikon in der Schweiz (GDI) an den XDAYS 2013 zum Thema Die Zukunft des Arbeitens – eine Trendübersicht.
Katrin Frick fasst zusammen, wie sich das Umfeld verändern wird und wie sich auch die persönlichen Verhältnisse wie z.B. der Arbeitsplatz verändern werden. Der Fokus ist hier nicht Routinearbeit sondern die Welt der Wissensarbeiter. Hier die aus meiner Sicht wichtigsten Kernaussagen von Katrin Frick:
Das Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO hat im letzten Jahr eine Studie über die Arbeitswelt der Zukunft durchgeführt. Dabei wurden per Fragebogen 136 Experten für Wissensarbeit über mögliche Szenarien in den kommenden 10 bis 20 Jahren befragt. Es hat mich sehr gefreut, dass ich als einer der Experten hier mitmachen durfte.
Insgesamt 35 Thesen in neun verschiedenen Bereichen hat das Fraunhofer Institut in die Befragung aufgenommen. Aus den Antworten der befragten Experten und den Sichtweisen der Fraunhofer Forscher haben diese dann ein Zukunftsszenario entworfen, das auch in einem kurzen Video visualisiert wurde. Die Bereiche sind:
- Globale Arbeitsteilung
- Polare Organisationsmodelle
- Familie und Individualisierung
- Mobilität und neue Arbeitsorte
- Digitale Vernetzung
- Durchlässige Altersgrenzen
- Adaptive Arbeitsumgebungen
- Ökologie
Ken Everett spricht in einem kurzen Vortrag über die militärische Herkunft der Organisationsformen für Unternehmen und wie die Kommunikation innerhalb solcher Organistionen aussieht. Als Kontrast beschreibt er dann wie echte Konversationen im Unternehmen erst Selbstorganisation ermöglichen und damit so wichtige Aspekte wie change, leadership, engagement und talent development- and retention erst mit Leben erfüllt werden.
Auch soziale Netzwerke innerhalb von Unternehmen können diesen Blutkreislauf in Schwung bringen und persönliche Gespräche sehr gut ergänzen- Eine offene Unternehmenskultur, die in so manchem Kulturdokument propagiert wird, benötigt Konversationen. Unternehmen, die dies zulassen, werden auch morgen noch als attraktive Arbeitgeber wahrgenommen.

