Welches Wissen macht Teams produktiv?


Im Vortrag an der SEACON 2012 in Hamburg haben wir gezeigt, welche drei Wissensarten für Teams wichtig sind, um produktiv zu sein. Ich möchte diesen wichtigen Aspekt hier noch einmal aufgreifen und neben Hinweisen zu Literatur ein paar Details dazu erklären. In einem sehr ausführlichen wissensschaftlichen Artikel mit dem Titel Enhancing the Effectiveness of Work Groups and Teams von Steve W.J. Kozlowski und Daniel R. Ilgen von der Michigan State University aus dem Jahre 2006 werden zwei der wesentlichen Wissensarten  beschrieben: common mental model und transactive memory. Ich möchte hier noch das individuelle Wissen der Teammitglieder hinzufügen. Damit besteht das für die Produktivität eines Teams entscheidende Wissen aus drei Komponenten:

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Rückblick auf die SEACON 2012


Vom 4. bis 6. Juni hat wieder die SEACON in Hamburg stattgefunden. Wie immer eine wichtige und interessante Veranstaltung für die Software Engineering Community im Norden Deutschlands. Das diesjährige Motto hiess: Denkzelle oder Lernfabrik: Innovation in kleinen und großen Unternehmen und zeigt klar, wie wichtig das Thema Innovation auch im Software Engineering geworden ist. Auch bei dieser Konferenz fiel auf, dass es neben den wichtigen Technologievorträgen auch wieder sehr viele interessante Soft Skill Sessions gab. Mit Manuel Hachem haben wir unter dem Titel Lernen ist wichtiger als Wissen die Grundlagen des Informations- und Knowledgemanagements bei Zühlke vorgestellt und auch gezeigt, mit welchen Hürden wir zu kämpfen haben.

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Rückblick auf die interPM 2012


Ich war dieses Jahr zum ersten Mal bei der interPM 2012, die vom 11. bis 12.Mai 2012 in Glashütten bei Frankfurt stattgefunden hat. Das diesjährige Motto war IT-Projektmanagement 2012+ im Spagat zwischen Industrialisierung und Agilität. Sehr schön war auch hier wieder, dass es neben den klassischen Folienvorträgen sehr viel Raum für Interaktion in Open Space Sessions gab. Neben Vorträgen zu allen möglichen Facetten des Projektmanagements war speziell in der interdisziplinären Werkstatt mit allen 80 Teilnehmern die Diskrepanz zwischen agilen und klassischen Projektmanagern zu spüren. Die Aufstellung zeigte dass neben Teilnehmern, die offen für beide Ansätze waren, jeweils etwa genau so viele Teilnehmer entweder sich zu den Agilisten oder Industrialisten zuordneten.

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Die Zukunft der Arbeit (8) – 11 Arbeitstypen prägen die Arbeitswelt von morgen


Das Zukunftsinstitut von Matthias Horx in Kelkheim/Taunus hat in einer neuen Studie elf Arbeitertypen beschrieben, die zukünftig auf den Arbeitsmarkt agieren werden. Die Online-Ausgabe von CIO sowie die österreichische Zeitung Der Standard haben darüber berichtet. Die Grafik mit den 11 Typen zeigt sehr schön, wie die Arbeitenden sich zwischen Sicherheit und Flexibilität sowie Status und Selbstbestimmung einordnen.

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Die Zukunft der Arbeit (7) – Steuern wir auf eine Freelancer-Gesellschaft zu?


Auf Spiegel Online hat Sascha Lobo einen Artikel über die Bedeutung der digitalen Vernetzung veröffentlicht. Darin schreibt er:

Es steht bevor: die vernetzte Arbeit. … Diese Entwicklung hat drei Gründe: die digitale Mobilität der wichtigsten Büroarbeitsgeräte existiert schon eine Weile. Inzwischen kommen aber zwei entscheidende Faktoren hinzu. Mit den sozialen Medien ist ein Mechanismus gefunden, wie sich wesentliche Teile der Kommunikation ins Digitale verlagern – und dort dauerhaft funktionieren. Es wächst eine Arbeitsgeneration heran, für die digitales Zusammenarbeiten sich nicht mehr künstlich aufgesetzt anfühlt. Nicht, dass jede Anwesenheit virtualisiert werden kann, aber weite Teile davon eben schon. Und als dritter, entscheidender Punkt kommt die Cloud mit Macht…

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Gunter Dueck: Der Computer ist nicht originell


In der Zeitschrift brandeins 3/2012 erklärt Gunter Dueck:

Das Zelebrieren einer Fünf-Sterne-Tomatensuppe aus auserlesenen Früchten ist eine Kunst, die nur wenige beherrschen. Man kann aber auch für 44 Cent im Sonderangebot eine Tütensuppe kaufen, die passabel rot schmeckt und idiotensicher gelingt, weil auf der Tütenrückseite eine Kochanleitung steht.“

Rein betriebswirtschaftlich lässt sich mit Tütensuppe sicherlich mehr Geld verdienen als mit Fünf-Sterne-Tomatensuppen. Deshalb, so Gunter Dueck:

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Aldi – ein erfolgreiches System des Industrialisierungszeitalters


Gerade ging eine interessante Diskussion über das Phänomen Aldi bei Günther Jauch in der ARD zu Ende. Besonders Dieter Brandes fand ich interessant, der das Geschäftsmodell als hoch effizient beschreibt: kleines Produktsortiment, hoher Durchsatz, auf höchste Effizienz getrimmte Prozesse, Kontrolle als wichtiges und gutes Instrument. Klingt irgendwie, als ob Henry Ford die Produktion seines Autos Ford T beschriebe. Warum funktioniert so ein System heute noch – im Zeitalter der Wissensgesellschaft?

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Neue Studie über Wissensarbeiter


Hays hat in Zusammenarbeit mit Pierre Audoin Consultants (PAC) vor einiger Zeit ein neues Studienprojekt über Wissensarbeit mit dem Titel Wissensarbeiter und Unternehmen im Spannungsfeld gestartet. Der erste Teil der Studie ist jetzt veröffentlicht worden. Hierbei hat PAC zehn Experten im Bereich Wissensarbeit und Wissensmanagement befragt und die folgenden sechs Thesen formuliert:

These 1: Wissensarbeiter müssen als Individuen in den Fokus rücken.
These 2: Wissensarbeiter benötigen für ihre Arbeit breit gefächerte und stabile Netzwerke.
These 3: Wissensarbeiter brauchen Coaches und keine Kontrollfreaks.
These 4: Wissensarbeiter sollten nicht an Zeiten und Orte gebunden sein.
These 5: Wissensarbeiter benötigen Kompetenzen, die über das „reine“ Wissen hinausgehen.
These 6: Wissensarbeiter als externe Spezialisten müssen optimal integriert werden.

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Wissensarbeit – 4 verschiedene Typen mit klaren Unterschieden


InformationWork2009Das Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation hat 2009 eine Studie unter dem Titel Information Work 2009 herausgebracht.  Wissensarbeit wird in der Studie wie folgt beschrieben (S.18): „Charakteristisch für Wissensarbeit ist, dass diese häufig komplex, wenig determiniert und folglich schwer in vorgegebenen Abläufen standardisierbar ist. Wissensarbeit ist hochgradig sowohl personen- aber auch kommunikationsorientiert und wird immer mehr in überreifenden Teams erbracht. Wissensarbeit schafft ständig neues Wissen und baut auf Erfahrungen Anderer auf. Dabei agieren Wissensarbeiter stark autonom und sind somit wenig direkt ‚anleitbar‘. Darüber hinaus stellt Wissensarbeit neue Anforderungen an die Arbeitsprozessorganisation, betriebliche Steuerungssysteme, die Gestaltung der Arbeitsplätze bzw. der Büroraumumgebung insgesamt und nicht zuletzt an die Führung und Motivation von Mitarbeitern„. Aus dieser Definition werden drei wesentliche Merkmale klar: Weiterlesen

Die grosse Aufgabe – Deutscher Führungskräfteverband zu Wissensarbeit und Wissensmanagement


In der Ausgabe Dezember 2011 der ULA-Nachrichten des Deutschen Führungskräfteverbandes ist auf Seite 11 ein Artikel über Wissensarbeit abgedruckt, der aus einem Interview mit mir stammt. Hays hat Mitte 2011 eine Studie zur Wissensarbeit herausgebracht, die ich auch hier im Blog bereits kommentiert habe. Die wichtigsten Erkenntnisse für mich, die ich auch im Interview genannt habe, sind:

Zum einen nehme durch die intensive Zusammenarbeit über die Grenzen von Abteilungen und Unternehmen hinweg die Fragmentierung der Wissensarbeit zu, was eine erhöhte Flexibilität der Mitarbeiter erfordere. Zum anderen würden interner Wissensaustausch und Weiterbildung wichtiger, insbesondere vor dem Hintergrund des sich abzeichnenden Fachkräftemangels.

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Wie grosse IT-Dienstleister ihre Wissensarbeiter zu Befehlsempfängern machen


Im CIO Online Magazin ist ein äusserst aufschlussreiches Interview mit Andrew Wasser von der Heinz College’s School of Information Systems and Management at Carnegie Mellon University zu finden. Es zeigt sehr schön, wie manche grosse IT-Dienstleister speziell für Offshoring Dienstleistungen ihre Mitarbeiter rekrutieren, kurz spezifisch ausbilden,  und dann in ihren Industrieprozessen nach CMMI, Six Sigma oder ITIL zu Befehlsempfängern ausbilden. Die Kunden wundern sich dann, warum keine Innovation stattfindet.

We see continued frustration from clients that these people are really good order takers, but they are not problem solvers.“

Klar, Problemlösen ist Wissensarbeit in Reinkultur.

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Was kostet es, wenn Wissensarbeit nicht funktioniert?


Die jährlichen Kosten, die für missglückte IT-Projekte ausgegeben werden, zu berechnen, ist alles andere als einfach. Michal Krigsman hat in einem Artikel auf zdnet mehre Studien verglichen: Es sind unglaubliche $ 3 Billionen (1 amerikanische Trillion = 1 europäische Billion), das sind also $ 3000 Milliarden. Es wird also Zeit, sich intensiver mit dem  Thema Wissensarbeit zu beschäftigen. Eine ganze Reihe von Personen und auch manche Unternehmen machen das schon. Die Politik hat dieses Thema allerdings noch überhaupt nicht entdeckt, nicht einmal die Piraten. Eigentlich bräuchte es eine Wissensarbeitspartei, die gegen diese Verschwendung kämpft. Allerdings haben die Grünen auch fast 30 Jahre gebraucht, bis das Umweltbewusstsein das wirtschaftliche Handeln beeinflusst hat. Zu viele haben trotz Umweltzerstörung wirtschaftlich profitiert (Energieunternehmen, Autohersteller, Transportunternehmen, …). Ich fürchte, dass im Moment noch zu viele von der Verschwendung von 3000 Milliarden für missglückte IT-Projekte  profitieren. Aber das wird sich ändern, irgendwann…

Serendipity – Innovation durch Zufall


Im Bereich der Innovationsforschung aber auch in der Anwendung von Social Media Tools taucht immer wieder ein Begriff auf, der zunächst einmal jeden Manager traditioneller Prägung erschaudern lässt: Serendipity. Dieser Begriff beschreibt die zufällige Beobachtung oder Entdeckung von etwas Nützlichem, nach dem man ursprünglich gar nicht gesucht hat. In einem Artikel auf ChangeX beschreiben die Innovationsforscher Oliver Gassmann und Sascha Friesike das Serendipity-Prinzip.

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Rückblick Corporate Learning Masters 2012


Vom 29. bis 30. März 2012 fanden die Corporate Learning Masters in Berlin statt. Zentrales Thema der Veranstaltung war, wie in Zukunft die Unternehmen das Lernen verbessern können. In nahezu jedem Vortrag haben die Redner bestätigt, dass bei dem sich schon heute abzeichnenden Fachkräftemangel die fortlaufende Qualifikation der Mitarbeiter entscheidend für den zukünftigen Erfolg ihrer Unternehmen sein wird. Sehr  viele Teilnehmer kamen aus dem Bereich Human Ressources und sind dort vorwiegend mit der Personalentwicklung beschäftigt.

Hier ein paar Punkte, die ich für mich als interessante Erkenntnisse mitgenommen habe:

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Collaboration – und was muss das Management dafür tun?


Rod Collins hat in seinem Blog The 5 Disciplines of Collaborative Leaders beschrieben. Ich möchte hier zwei Aspekte herausgreifen:

  • Build Shared Understanding by Bringing Everyone Together in Open Conversations.“
  • Aggregate and Leverage Collective Knowledge

Der erste Aspekt betont die Wichtigkeit eines gemeinsamen Verständnisses. Dies können zum Beispiel das gemeinsame Ziel, die Strategie, Geschäftsprozesse, Nutzung von Tools, Bedeutung und Art der Datenpflege in ERP, CRM oder KM-Systemen sein. Der zweite Aspekt beschreibt die Wissensnutzung – also der effektive Nutzen des im Unternehmen vorhandenen Wissens. Dies funktioniert immer dann hervorragend, wenn für komplexe Problemstellungen Experten gefunden und zusammengebracht werden, die auch noch ein grosses gemeinsames Verständnis von all den Zielen, Strategien, Prozessen oder Produktarchitekturen haben. Das gemeinsame mentale Modell dieser Faktoren ist einer der wichtigen Eigenschaften erfolgreicher Teams.

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