Deutsches Schulsystem – ready for 21st century?


Im Economist vom 11.03.2010 erschien in einem Special Report der Artikel Much to learn – Germany’s education system is a work in progress. Er zeigt auf, wie sehr das deutsche Bildungssystem immer noch auf die Industriegesellschaft ausgerichtet ist.

Ein Zitat: „And given that Germany produces far fewer university graduates than many comparable countries, some wonder whether the dual system is producing the right qualifications for the knowledge-based professions of the future. “The dual system is for 200 years ago,” says Alexander Kritikos of DIW, a research institute in Berlin. “You have to ask: is it still the right system if we want to be innovative?

Diese Frage sollten sich die Politiker einmal stellen. Die Aussicht darauf ist allerdings ziemlich schlecht. Fragen solchen Ausmasses sind in der breiten Bevölkerung nicht vermittelbar und damit auch nicht wahlkampftauglich. Zu intellektuell, das gibt zu wenig Wählerstimmen. Ausserdem kostet so etwas Geld und die Resultate ernten wir erst sehr viel später. Und wie immer, nach der Wahl ist vor der Wahl. Vor allem wenn die permanent gemachten Umfragen nach der Beliebtheit der Politiker diese immer mehr in ihrem Handeln beeinflussen. Das ist der Grund, warum viele Politiker genauso kurzfristig orientiert sind, wie Manager von börsenkotierten Unternehmen.

… meint der wissensarbeiter

Die Zweiteilung der Softwarewelt – Industrialisierung vs. Professionalisierung


Bei der am 18. und 19.Mai in Zürich stattfindenden Konferenz Software Engineering Today (SET) 2010 werde ich zusammen mit Steffen Lentz einen Vortrag über die Spaltung des Software Engineering halten. Unter dem Titel Die Zweiteilung der Softwarewelt – Industrialisierung vs. Professionalisierung betrachten wir die beiden Strömungen mit einerseits schwerfälligen Prozessmodellen sowie andererseits mit agiler Vorgehensweise aus einer kognitiven Perspektive. Dies sowohl bezogen auf die einzelne Person als auch auf das Team. Wir werden zeigen, dass sich Wissensarbeit eben nicht industrialisieren lässt.

Auch Mary Poppendieck in ihrer Keynote wird sicherlich anschaulich wie immer zeigen, warum die von Adam Smith in seinem Hauptwerk Der Wohlstand der Nationen beschriebene Produktivitätssteigerung der Nadelfabrik durch Arbeitsteilung und Spezialisierung nichts mit Software Engineering zu tun hat.  Eine ganze Reihe weiterer Vorträge befasst sich ebenfalls mit Ansätzen zur Produktivitätssteigerung. Details siehe SET 2010 Konferenzprogramm.

Ich freue mich auf viele Besucher und interessante Diskussionen

der wissensarbeiter

Information Overload


Aufmerksamkeit ist zum Bottleneck der Informationsgesellschaft geworden. Jeder Blog, jeder Tweet, jede SMS oder Email buhlt um die Aufmerksamkeit des Empfängers. Information Overload ist die Folge davon, dass wir Menschen biologisch wie vor tausenden von Jahren immer noch die gleiche Bandbreite für die Verarbeitung von Information haben, die Verfügbarkeit von Information sich aber um Grössenordnungen vervielfacht hat. Trotzdem fällt es uns äusserst schwer, zuzugeben, dass wir alle darunter leiden und die persönliche Produktivität wesentlich besser sein könnte. Tom Davenport hat in seinem Blog beschrieben, was die drei wichtigsten Gründe dafür sein könnten.

Always-on ist also definitv die falsche Strategie um mit unserer so raren Ressource Aufmerksamkeit vernünftig umzugehen.

der wissensarbeiter

Enterprise 2.0 Fallstudien


Unter http://www.e20cases.org/ gibt es einen sehr interessanten Blog über Fallstudien von Firmen, die Social Software eingeführt haben. Darunter sind Firmen wie ABB AG, Fraport AG oder Siemens.

Viel Spass beim Lesen wünscht

der wissensarbeiter

Plädoyer für eine andere Sicht auf Wissen


Wolfram Schäfer hat im Newsletter 1/2009 der Gesellschaft für Wissensmanagement (GfWM) einen sehr erfrischenden Beitrag zur Sichtweise auf den Begriff „Wissen“ geschrieben. Dabei zeigt Wolfram Schäfer sehr schön auf, dass Wissen verstandene Information ist und dem Verstehen Lernen vorausgehen muss.

Management beschreibt er richtig als zielgerichtete Entscheidung über den Einsatz von Ressourcen. Jetzt wird sehr schnell klar, dass der Begriff Wissensmanagement mit Wissen als Ressource – und hier ist wirklich Wissen gemeint und nicht Information – eigentlich unsinnig ist. Was sich managen lässt ist Arbeit. Und wenn Wissen hier ein wichtiges Attribut der Arbeit ist, dann handelt es sich um Wissensarbeit.

Wolfram Schäfer bringt auch noch Vergleiche mit Qualitätsmanagement. Auch hier ist es kaum möglich, die Qualität als solche zu managen. Qualität muss man dort managen, wo sie entsteht, im Arbeitsprozess. Aber Qualität kann ein Attribut der Arbeit bzw. der Resultate sein. Das macht Sinn. Vielleicht sollten wir den Begriff Wissensmanagement abschaffen und eher von Wissensarbeitsmanagement reden?

der wissensarbeiter

Meconomy


Der Mensch als kleinste wirtschaftliche Einheit ist der einzelne Mensch mit seinem Wissen. Markus Albers hat sein Buch Meconomy. Wie wir in Zukunft leben und arbeiten werden und warum wir uns jetzt neu erfinden müssen als Selbstunternehmer in elektronischer Form als eBook herausgebracht. ChangeX hat dazu mit ihm ein Interview gemacht.

Es ist durchaus interessant, wie Markus Albers zeigt, dass der Einzelne in einer neuen durch elektronische Medien und Netzwerke geprägten Wirtschaft Dinge tun kann, die früher unmöglich gewesen wären. Peter F. Drucker ging vor über 40 Jahren noch davon aus, dass Wissensarbeiter stets die Organisation, d.h. das Unternehmen benötigen, um ihr Wissen sinnvoll einzusetzen. Er sagt auch, dass die grossen Unternehmen zunehmend weniger Interesse haben, ihre Mitarbeiter fortlaufend auszubilden.

Meine Erfahrung ist eher, dass es schon immer Unternehmen gab, die viel in ihre Mitarbeiter investiert haben und solche, die das nicht tun. Entscheidend ist für jeden Mitarbeiter, inwieweit er sein Wissen und damit seinen Marktwert ausschliesslich nach innen gerichtet entwickelt, also um im aktuellen Unternehmen Karriere zu machen. Dies führt nicht selten zu Sackgassenkarrieren, die über 50 auch ganz schnell in die Dauerarbeitslosigkeit führen können. Arbeitnehmer sollten immer Alternativen haben.

Das Wissen muss zu jeder Zeit auch am aktuellen Arbeitsmarkt bestehen können. Dies scheint mit wesentlich wichtiger zu sein, da es auch in Zukunft noch jede Menge innovativer Projekte geben wird, die nicht von Einzelpersonen sondern von hervorragend geführten Organisationen durchgeführt werden, die eine hohe Mitarbeiterbindung an das Unternehmen anstreben. Dennoch, jeder Mitarbeiter muss, und hier hat Markus Albers absolut Recht, sein persönliches Wissen selbst bewirtschaften. Und zwar lebenslang. Hier bin ich natürlich weiterhin sehr gespannt auf den Einfluss der Web 2.0 Technologie und allem was danach noch kommt.

der wissensarbeiter

Information und Wissen – Commodity und Mangelware


In der NZZ am Sonntag vom 30.01.2010 schreibt Martin Helg in seinem Artikel Das erweiterte Bewusstsein über den allgegenwärtigen Zugriff auf Information. Was früher nur in Bibliotheken verfügbar war, findet man heute an jedem Ort zu jeder Zeit mit dem Laptop, dem iPhone und zukünftig, vielleicht noch bequemer, mit dem iPad.

Information wird zur Alltagsware. Weder die Zugriffsgeschwindigkeit darauf noch die prinzipielle Verfügbarkeit kann noch Vorteile bringen.

Martin Helg schreibt: Die Nivellierung und Demokratisierung des Wissens führt aber auch zu seiner Entwertung. Es kann heute kaum noch Menschen ernähren. Hausärzte verlieren Patienten, die alles besser wissen. Bergführern springen Kunden ab, die über jeden Stein schon im Bild sind.

Hier liegt der grosse Irrtum. Wenn Hausärzte oder Bergführer nicht über Fähigkeiten verfügen, die ihren Kunden einen Nutzen jenseits banaler Information bieten, dann sollten die Prinzipien der Marktwirtschaft auch greifen, und diese Dienstleister zum Wohle der Kunden auch aus dem Markt entfernen. Verfügen Hausärzte oder Bergführer aber über Wissen, die Vielfalt an Information dazu zu nutzen, Probleme zu lösen, bieten sie einen Mehrwert, den auch Google zukünftig niemals generieren kann.  Wenn der Hausarzt die Symptome mit der individuellen Krankheitsgeschichte verknüpft und daraus mit seiner Erfahrung die optimale Behandlung ableitet, macht das genauso Sinn für den Kunden, wie der Bergführer einen für die aktuellen Witterungsverhältnisse sicheren Aufstieg und Abstieg wählt, indem er alle verfügbaren Informationen mit seinem Wissen verarbeitet.

Das Wissen, wie Information in der Wissensarbeit, also zur Problemlösung genutzt wird, wird zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor. Hier schreibt Marti Helg richtig: Während die Welt um ihn herum frenetisch chattet, hat der Spaziergänger offline Gelegenheit zum Denken. Vielleicht hat er dabei ja eine gute Idee. Die Verarbeitung der Information zu Wissen erfolgt immer noch in unserem Gehirn. Dazu braucht es Musse und Ruhe. Je weniger wir davon haben, desto mehr wird echtes Wissen zur Mangelware.

Viel Spass beim Spaziergang wünscht

der wissensarbeiter


SI-SE 2010 – Der Mensch im Projekt


Logo_SI-SE_2010

Die Konferenz der Schweizer Informatikgesellschaft – Fachgruppe Software Engineerig am 29.01.2010 an der Uni Zürich war inhaltlich ein voller Erfolg. Mein Vortrag zum Auftakt mit dem Thema Softwareentwicklung aus Sicht des Gehirns kam bei vielen Zuhörern gut an, da sie endlich eine theoretische Grundlage zum Verständnis von Wissensarbeit in der Softwareentwicklung gezeigt bekamen. Aber auch die anderen Vorträge gefielen den Zuhörern und mir persönlich zum Teil sehr gut (siehe Abstracts im Tagungsprogramm).

Fazit: der Mensch als wichtigstes Element im Unternehmen bestimmt massgeblich den Erfolg von Projekten. Ich hoffe, dass gerade im Software Engineering, das bisher vor allem von Methodik, Prozessen und natürlich Technologie dominiert wurde, hier ein Umdenken einsetzt. Nur was den Menschen im Projekt nützt und ihre Produktivität fördert, macht Sinn.

der wissensarbeiter

Denken, Nachdenken und Querdenken


Wolf Lotter hat mal wieder einen vorzüglichen Artikel verfasst, in dem er sich damit beschäftigt, inwieweit Nachdenken oder sogar Querdenken in Unternehmen gewünscht ist. Unter dem Titel Die Besserwisser in der Ausgabe 11/2009 von brandeins unterscheidet er zwischen Denkbürokraten und Denkunternehmern. Die einen sind Routinedenker, die anderen Problemlöser. Die einen möchten mit dem vorhandenen Wissen auskommen und lieben die Bürokratie, die anderen sind getrieben von innerer Neugier und Wissenshunger und immer auf der Suche nach Innovation.

Innovation und  Verbesserungen entstehen leider nur, wenn wir aus der Routine ausbrechen. Dies braucht allerdings Zeit zum Nachdenken. Etwas, was Routinearbeiter und meist auch Manager von Routinearbeitern ganz und gar nicht mögen. Denn die Effizienz der Bürokratie ist das, was unmittelbaren Erfolg bringt. Erfolg, aber eben nur unmittelbar.

Langfristig hilft auch nach dieser Wirtschaftskrise nur Denkunternehmertum. Diese Gratwanderung zwischen Effizienzstreben und Zeit haben zum Nachdenken ist eine der grossen Herausforderungen von Unternehmen. Vor allem wenn sie Wissensarbeiter beschäftigen.

der wissensarbeiter

Gore – Enterprise 2.0 erfolgreich umgesetzt


In der Ausgabe 11/2009 der Zeitschrift brandeins beschreibt Jens Bergmann, wie die Firma Gore bereits seit über 50 Jahren die wichtigsten  Grundprinzipien von Enterprise 2.0 äusserst erfolgreich anwendet:

  • Flache Hierarchien, Selbstorganisation und Partizipation
  • Führung wird zunehmend wichtiger als direkte Kontrolle mit Loyalität und Vertrauen als Grundlage

Bei Gore werkelt eine Gemeinschaft sich selbst organisierender Problemlöser – man könnte auch Wissensarbeiter sagen –  sehr erfolgreich vor sich hin. Mitarbeiter können eigene Projekte initiieren, die durchaus auf den ersten Blick auch wenig erfolgsversprechend aussehen können. Der Erfolg gibt dem Unternehmen die notwendige Geduld. Und der Erfolg wird ausschliesslich nur am Beitrag zum Ganzen, dem Unternehmenserfolg, gemessen. Durch Beteiligung aller Mitarbeiter am Unternehmen und einer tief verwurzelten Unternehmenskultur, in der jeder seine Talente so gut als möglich nutzen soll, haben die Mitarbeiter automatisch nur ein Interesse: den bestmöglichen persönlichen Beitrag zum Unternehmenserfolg zu leisten.

Selbstorganisation in Projektteams und in informellen Netzwerken setzt natürlich eine intensive Kommunikation voraus. Wenn dies bei Gore überhand nimmt – als Informatiker würde man sagen, wenn das Ganze nicht mehr skaliert – gründet Gore einfach wieder ein neues Werk.

In Grossfirmen kann sich  diese Kultur kaum verbreiten. Doch manchmal entwickeln sich Projektteams, in denen wirklich nur zählt, was jeder kann, die von einer Idee beseelt, vom direkten Vorgesetzten beschützt und vom Top-Management ignoriert, plötzlich Innovationen hervorbringen. Meist klopft sich dann das Top-Management gegenseitig auf die Schultern und ist stolz darauf, dass unter ihrer Führung bzw. Kontrolle so etwas gelingt. Dabei konnte die Idee nur reifen, weil sie eben nicht vom ersten Tag schon unter stringenter Beobachtung stand und das Team in monatlichen oder wöchentlichen Statusmeetings den Business Case beweisen musste. Solange diese Fehleinschätzung allerdings anhält, wird kaum jemand vom Top-Management daran denken, sich über Enterprise 2.0 Gedanken zu machen. Der Erfolg macht eben oft auch blind für die wahren Gründe des Erfolgs.

Misserfolg ist oft ein wesentlich besserer Lehrmeister. Auch dies ist bei Gore explizit erwünscht.

Wann haben Sie das letzte Mal Ihrem Chef stolz von einem Misserfolg und der daraus gewonnenen Erkenntnis berichtet?

Viel Spass beim Lesen und Nachdenken wünscht

der wissensarbeiter

Erfahrungen mit Twitter


Miriam Meckel hat unter dem Titel Mehr Mut zum Dialog einen Artikel veröffentlicht, in dem sie beschreibt wie deutsche Politiker im Gegensatz zu Barack Obama Twitter während der letzten Bundestagswahl eingesetzt haben. Interessant finde ich zwei der drei abschliessenden Erkenntnisse:

  1. Es geht nicht darum, die Wähler mit Botschaften zu bombardieren, sondern gezielte Informationen mit Vertiefungshinweisen oder Mobilisierungscharakter zu senden, die einen Nutzwert für die Bürger haben
  2. Auch Twitter ist keine Einbahnstrasse. Wer bei Twitter erfolgreich und akzeptiert sein will, muss  die Kommunikations- und Beziehungswünsche der Nutzer erwidern.

Twitter User kommen trotz der Einfachheit der 1:N Kommunikation letztendlich nicht daran vorbei, die Grundregeln erfolgreicher Kommunikation zu beachten: interessiere dich für die Belange der anderen und höre ihnen zu, wenn du erwartest, dass sie dir zuhören sollen.

der wissensarbeiter

Wissensarbeit = Collaboration?


Im Online-Journal WhatMatters von McKinsey erschien am 27.10.2009 ein interessanter Artikel mit dem Titel: Using technology to improve workforce collaboration. Der Artikel beschreibt die Bedeutung von Collaboration und der dazu notwendigen Technologie wie z.B. Web 2.0. Interessant sind auch die Einteilung von verschiedenen Typen von Collaboration Workers sowie die Aufzählung von Waste bei Collaboration. Eine der Kernaussagen der Autoren lautet:  The heart of what knowledge workers do on the job is collaborate, which in the broadest terms means they interact to solve problems, serve customers, engage with partners, and nurture new ideas.

Hier musste ich allerdings einmal kurz nachdenken. Ist wirklich die Collaboration das Herzstück von Wissensarbeit? Ganz klar Nein! Der Kern der Wissensarbeit ist Problemlösen. Und Problemlösen bedeutet denken. Denken ist der Kern der Wissensarbeit. Problemlösen im Team oder gegenseitige Abstimmung für Arbeitsteilung erfordert Collaboration. Aber ohne Denken ist Collaboration nur sinnloses Geschwätz. Nehmen Sie 4 Affen und geben diesen die modernsten Web 2.0 Werkzeuge. Sie werden nichts Vernünftiges zustande bringen. Natürlich benötigen die Wissensarbeiter in Teams gute Kommunikationsfähigkeiten und passende Werkzeuge. Aber der Einsatz von tollen Werkzeugen in Ermangelung des Verständnisses von Wissensarbeit wird kaum Erfolg bringen.

Wie das Denken im Problemlöseprozess funktioniert, hat Gerhard Hube schon vor einiger Zeit sehr gut beschrieben. Ich habe dies auch schon hier im Blog diskutiert (siehe Was ist Wissensarbeit und Das zweifache Handlungsfeld).

Denken wir also erst einmal nach, bevor wir über Collaboration diskutieren. Denn Wissensarbeit = Denkarbeit.

Viel Spass beim Nachdenken wünscht

der wissensarbeiter

Follow me at Twitter: @wissensarbeiter


Habe seit kurzem einen Account bei Twitter. Mal sehen, was sich damit so machen lässt. Meine Tweets sind hier im Blog ganz unten rechts ebenfalls eingeblendet.

Wer hat Interesse, meinen Tweets zu folgen? Einfach versuchen unter http://twitter.com/wissensarbeiter

der wissensarbeiter

Microblogging – quo vadis?


Der Hype-Cycle von Gartner ist immer ein beliebtes Mittel, um einzuschätzen, wo sich neue Technologien in der Verbreitung und Akzeptanz gerade befinden. Auf ReadWriteWeb beschreibt Richard MacManus, wo sich Web 2.0 und Twitter auf dem Hype-Cycle befinden. Gerade Twitter steht danach noch der Abstieg ins Tal der Entäuschungen bevor. Dieser Abstieg nach einer ersten Euphorie kann manchmal auch ins bodenlose führen, wenn die Benutzer danach nicht einen echten Mehrwert in der täglichen Arbeit verspüren.

Ich glaube, die stark synchrone Kommunikation, die beim echten Twittern notwendig ist, schränkt den Gebrauch auch entsprechend ein. Wenn Wissensarbeiter Probleme lösen und sich in komplexe Themen eindenken müssen, können sie nicht Dutzende von Tweets verfolgen und immer wieder antworten. Sich rasch Lösungsvorschläge oder Tipps über Twitter zu holen, kann sicherlich manchmal funktionieren. Dennoch bleibt es spannend, inwieweit Wissensarbeiter diese ständige Unterbrechung für einen möglichen Vorteil in Kauf nehmen.

Jochen Robes hat übrigens einen Vortrag auf der KnowTech 2009 mit dem Titel Warum Wissensarbeiter twittern gehalten. War einigermassen interessant, wenngleich ich dennoch glaube, dass der Hype sich wieder legen wird, eben so wie die Kurve von Gartner dies voraussagt. Aus dem Tal der Entäuschungen wird Twitter dann wieder herauskommen, wenn die Nutzer das eigene Kommunikationsverhalten anpassen und dabei aber auch langfristig einen echten Mehrwert haben.

der wissensarbeiter

Wissensarbeit 2.0 – Versionsnummer ohne Sinn?


Im Blog Carnival Nr.1 beschäftigten sich Andrea Back und Jochen Robes vor einiger Zeit mit der Frage: Ist Wissensarbeit 2.0 traumhaft oder traumatisch? Interessant sind die Aspekte, inwieweit moderne Technologien – also das Internet mit der immensen Daten- bzw. Informationsfülle sowie Web 2.0 – wirklich Wissensarbeit unterstützen. Über 15 andere Blogger haben dazu ebenfalls Einträge in ihren Blogs veröffentlicht. Einer der besten ist auf bloghauszweinull.net zu finden. Hier sagen die Autoren klar und deutlich, dass Web 2.0 lediglich den Zugang zu Informationen erleichtert. Auch Andrea Back in ihrem Editorial beschreibt, dass die persönliche Wissensverarbeitung sich nicht genauso einfach beschleunigen lässt wie der Zugang zu Information.

Dennoch wissen wir immer noch nicht, was denn der Unterschied zwischen Wissensarbeit 1.0 und 2.0 eigentlich sein soll. Nur durch die Nutzung von Wikis, Blogs oder Twitter – also Web 2.0 Technologien – wird Wissensarbeit weder in der Version 1.0 noch in 2.0 von alleine produktiver. Ein Fortschritt in der Produktivität geht deutlich über rein technische Aspekte hinaus. Der Artikel über Enterprise 2.0 hat die Dimension der Unternehmenskultur beleuchtet. Persönliche Arbeitstechniken, Fähigkeiten zur Abstraktion und vieles mehr sind deutlich wichtiger als jede technologische Verbesserung. Wissensarbeit hat mit Denken zu tun. Und unser Denken hat sich im Problemlöseprozess noch nicht deutlich verbessert – da gibt es noch sehr viel Neuland zu entdecken und in die Alltagspraxis einzubauen.

der wissensarbeiter